eTicketing und digitale Vernetzung im ÖPV

Sie kennen das bestimmt: Sie möchten ein Ticket kaufen haben aber nicht das passende Kleingeld für den Fahrscheinautomaten? Oder Sie wissen nicht, welchen Tarif Sie wählen müssen. Das eTicket schafft Abhilfe. Mit einem elektronischen Ticket können sie bereits heute in einigen Städten und Regionen Deutschlands bargeldlos ohne Papierfahrschein mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fahren.

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Programmfakten

Förderung:

2016 bis 2018

Volumen:

16 Mio. €

Gegenstand:

Umsetzung von eTicketing und digi-
taler Vernetzung im ÖPV

Kontakt:

Elmar Sticht

Als Projektträger des BMVI setzen wir das Förderprogramm des BMVI um, evaluieren die Wirkungen der Förderprojekte und organisieren einen bundesweiten Stakeholder-Dialog zur Umsetzung der digitalen Vernetzung im öffentlichen Personenverkehr.

Welche Ziele verfolgt das BMVI mit der neuen Förderrichtlinie „eTicketing und digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr (ÖPV)? Welche Schwerpunkte setzt das BMVI mit der Förderung? Welche Inhalte können gefördert werden und was ist dabei zu beachten?
Die Antworten finden Sie in der Förderrichtlinie, die am 16. Juni 2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.


Wie und was hat das BMVI zur Entstehung von (((eTicket Deutschland gefördert? Wo wurden regionale eTicket-Systeme umgesetzt?
Unsere Förderinitiative (((eTicket Deutschland informiert.


Wozu benötigt der ÖPNV ein eTicket? Warum fördert der Bund das eTicket gefördert? Welche Themen, welche Regionen wurden gefördert? Was hat die Förderung bewirkt?
In unserer ex-post-Evaluation erfahren Sie mehr.


Welche Zukunft hat das eTicket im Kontext einer digitalen Vernetzung des Nahverkehrs? Wie sehen Verkehrs-Experten die Zukunft des „digitalen ÖPNV“?
Dazu haben wir eine Befragung von 100 Experten nach der Delphi-Methode durchgeführt.


Wie lässt sich die Zukunft des digitalen ÖPV gemeinsam erreichen und der Weg dorthin gestalten?
Im Dialog-Prozess zur Digitalen Vernetzung des ÖPV unterstützen und begleiten wir die Verkehrswirtschaft dabei, die digitale Mobilität von morgen zu entwickeln. Dazu organisieren wir den Stakeholder-Dialog für das BMVI.

Förderprogramm eTicketing und digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr

Am 1. Januar 2017 startete die Umsetzung des Förderprogramms „eTicketing und digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. In diesem Rahmen werden zwölf Projekte über einen Zeitraum von 21 Monaten mit insgesamt rund 16 Mio. Euro unterstützt. 45 Förderbescheide wurden zu diesem Zweck an Unternehmen und Organisationen übermittelt.

Schwerpunktmäßig werden Vorhaben gefördert, die eine überregionale und länderübergreifende Vernetzung von Fahrgastinformationssystemen sowie elektronischem Ticketing anstreben beziehungsweise die entsprechenden Grundlagen dafür schaffen. Beispielsweise sind die Verbindung und Integration regionaler Mobilitätsplattformen sowie ein deutschlandweites Clearing – ähnlich dem Roaming im Mobilfunkbereich – Fördergegenstände. Darüber hinaus werden weitere Innovationen im Bereich Ticketing und Vernetzung, wie z. B. die automatisierte Fahrpreisfindung oder moderne Be-in-/be-out-Systeme, unterstützt.

Die Projekte tragen zur Umsetzung der in der Roadmap digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr  definierten Maßnahmen bei. Die Förderprojekte verzahnen sich so mit dem parallel laufenden Dialog- und Stakeholderprozess  und bringen gemeinsam die Initiative Digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr  voran. Durch die Förderung der Projekte beteiligt sich das Bundesverkehrsministerium finanziell an der Umsetzung der in der Roadmap enthaltenen Maßnahmen.

In der Anlage finden Sie die Steckbriefe der geförderten Projekte und Unternehmen bzw. Organisationen.

Steckbriefe der Projekte

Förderinitiative (((eTicket Deutschland

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat nach dem Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation der EU zwischen 2006 und 2014 mit rund 13,5 Mio. Euro Projekte zur Einführung und zum Aufbau regionaler Systeme des elektronischen Fahrgeldmanagements (EFM-Systeme) gefördert. Ziel war es, eine bundeseinheitliche Technologie, die VDV-Kernapplikation (VDV-KA) bzw. das (((eTicket Deutschland, zu adaptieren und weiterzuentwickeln. Damit sollten die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Interoperabilität der regionalen EFM-Systeme geschaffen werden. Die Einführung von eTicket-Systemen in Deutschland schreitet voran und hat sich durch die Förderung des Bundes sehr dynamisch entwickelt. Zahlreiche Pilotprojekte befinden sich bereits im Regelbetrieb oder stehen kurz davor. Einige Regionen planen die Einführung eines eTicket-Systems. Die Ergebnisse wurden auf einer Abschlusskonferenz präsentiert.

Evaluation der Förderinitiative (((eTicket Deutschland

TÜV Rheinland hat im Auftrag des BMVI die Förderung des (((eTicket Deutschland nachträglich evaluiert. Mit einer Impact-Evaluation, die auf einem quasi-experimentellen Untersuchungsdesign (Kontroll-/Vergleichsgruppe) und auf Indikatoren basierten Wirkungshypothesen beruhte, wurde der Frage nachgegangen: Was wäre ohne die Förderung passiert bzw. nicht passiert?

Das Ergebnis: Ohne eine Förderung gäbe es weniger eTicket-Systeme in den Regionen. Außerdem würden weniger eTicket-Systeme auf dem technischen Standard (VDV-Kernapplikation) beruhen. Die Verkehrsverbünde und -organisationen, die nicht gefördert wurden, haben keine EFM-Systeme realisiert und die Planungen zurückgestellt oder haben eine proprietäre und als rudimentär zu bezeichnende eTicket-Anwendung umgesetzt. Die geförderten Verkehrsunternehmen hingegen verfolgten die Ziele der Projektförderung und setzten diese um.

Durch die Förderung sind die systemisch-technischen und vertraglich-organisatorischen Voraussetzungen geschaffen worden, damit die EFM-Systeme in den einzelnen Regionen Informationen und Daten für eine Vernetzung und Interoperabilität austauschen und miteinander kommunizieren können. Die Förderung des Bundes und die Komplementärfinanzierung durch die Länder und Kommunen haben maßgeblich zur Umsetzung von EFM-Systemen auf der Grundlage von (((eTicket Deutschland beigetragen. Außerdem haben die Unterstützung durch den Verkehrsverbund, die Kooperation mit anderen Verkehrsunternehmen und die Nutzung des interoperablen Standards die Umsetzung von EFM-Systemen maßgeblich beeinflusst.

Inzwischen sind in Deutschland bereits mehr als zwölf Millionen Chipkarten ausgegeben worden. Dadurch werden allein zwei Milliarden Euro Umsatz pro Jahr (Stand 2014) erwirtschaftet. In zahlreichen Regionen und großen Verkehrsverbünden kann der ÖPNV mit einem elektronischen Ticket genutzt werden. Die EFM-Systeme beruhen auf dem interoperablen Standard der VDV-KA bzw. des (((eTickets Deutschland. Eine regionale Interoperabilität zwischen den Verkehrsunternehmen ist somit gegeben. Bislang haben sich 333 Verkehrsorganisationen vertraglich zur Nutzung des Standards und seiner Regeln verpflichtet (Stand: 23.10.2015).

Delphi-Studie zur Zukunft von (((eTicket Deutschland

Für ein weiteres Engagement des Bundes ist für das BMVI von Interesse, wie die Perspektiven des eTickets und des EFM auch innerhalb einer „digitalen Systemwelt“ aussehen. Das BMVI hat deshalb TÜV Rheinland beauftragt, eine Umfrage zur Zukunft des eTickets und zu den Herausforderungen einer digitalen Vernetzung im ÖPNV bei ca. 100 Experten nach der Delphi-Methode[1] durchzuführen.

Die meisten der befragten Experten blicken – was das (((eTicket Deutschland angeht – optimistisch in die Zukunft.

[1] Die hier angewandte Delphi-Methode ist ein systematisches, zweistufiges Befragungsverfahren mit Rückkopplung, die dazu diente, zukünftige Entwicklungen möglichst gut vorhersagen zu können.

Initiative Digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr

Damit in Zukunft die regionalen Systeme des elektronischen Tickets in Deutschland tatsächlich interoperabel, also bundesweit system- und verbundübergreifend nutzbar werden und in die „digitale Systemwelt“ integriert werden können, hat das BMVI einen bundesweiten Dialog- und Stakeholderprozess initiiert, den die TÜV Rheinland Consulting GmbH organisiert.

Ergebnis und Meilenstein der ersten Phase dieses Prozesses ist die Roadmap digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr (Langfassung / Kurzfassung), die am 21.06.2016 im BMVI in Berlin gemeinsam durch Vertreter der Stakeholder verabschiedet wurde.

Darin sind die aufgeworfenen Handlungserfordernisse aus der Delphi-Umfrage konkretisiert,
die notwendigen Handlungsschritte und Maßnahmen definiert sowie vor allem die entsprechenden Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten skizziert.
Als eine Maßnahme der „Strategie Intelligente Vernetzung“ der Bundesregierung bildet
die Roadmap den Rahmen für die Verbesserung der digitalen Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr.
Die Förderrichtlinie dient als ein Instrument zur Umsetzung dieser Roadmap.

Jetzt gilt es, gemeinsam mit allen Stakeholdern den nächsten Schritt im Rahmen der Initiative zu gehen und die in der Roadmap vereinbarten Maßnahmen zu realisieren.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webpräsenz der Initative.


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(((eTicket Deutschland
Von (((eTicket Deutschland zum digitalen ÖPNV


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